27.09.2010

Die „Filz“

Die eigentliche "Filz" im Nordosten des Gebietes

"Säuberungsaktion" in der "Filz" mit Schülern der VS Wörgl

Das unscheinbare Ried-Graseulchen, einer der ganz spezialisierten Bewohner des Feuchtgebietskomplexes bei Wörgl

Am westlichen Ortsrand von Wörgl, direkt am Fuße des Wörgler Berges im Ortsteil Lahntal, befindet sich die „Filz“, einer der letzten Reste einer ehemals ausgedehnten vom Wasser geprägten Landschaft im Talboden des Tiroler Unterinntales.

Umgeben von Gewerbeflächen (besonders bekannt dürften die im Norden angrenzenden Wörgler Wasserwelten sein) und intensiv bewirtschaftetem Grünland liegt der abwechslungsreiche Feuchtgebietskomplex einer Insel gleich inmitten einer stark veränderten, vom Menschen eingenommenen Landschaft.

Der Wertschätzung und dem persönlichen Einsatz der Ökologiegruppe Wörgl und Umgebung ist es zu verdanken, dass die „Filz“ als wertvolles Refugium für an diesen Lebensraum angepasste Tiere und Pflanzen erhalten werden konnte.

So ist das kleine Gebiet nicht nur landschaftlich sehr reizvoll, sondern auch eine Oase für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten, wie etwa die Sibirische Schwertlilie, den Rundblättrigen Sonnentau, den Wasserfrosch, die Ringelnatter, den Sumpfgrashüpfer, der Spitzflügel-Graseule und das unscheinbare Ried-Graseulchen, einem kleinen Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter (wie auch die vorgenannte Art). Viele der in den Nasswiesen, Seggenriedern, Röhrichten, Moorbereichen, Hochstaudenfluren, Gehölzbeständen und Teichen lebenden Arten sind geschützt oder in den diversen Roten Listen zu finden. Eine Auswahl in der „Filz“ ansässiger Arten ist auf vier Schautafeln – angebracht am Eingang bzw. entlang des im Gebiet vorhandenen Holzbohlenweges – anhand erstklassiger Fotos des bekannten Naturfotografen Manfred Loner, dargestellt.

Durch Menschenhand entstandene, offene Landschaftselemente können nur durch Pflege in diesem Zustand erhalten werden. Seit die Ökologiegruppe Wörgl und Umgebung Mitte der 1980er Jahre die „Verantwortung“ für den weiteren Erhalt des Feuchtgebietskomplexes „Filz“ im Auftrag der Stadt Wörgl übernahm, wird der Moor- und Kleinseggenbereich im Nordosten (die eigentliche „Filz“) als Streuwiese genutzt und nur einmal spät im Jahr gemäht. Auch die im Südwesten befindliche Nasswiese und der rund um den südlicheren Teich gelegene Großseggenbestand, eine ehemals intensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche, werden inzwischen auf diese Weise gepflegt.

Wie an vielen anderen Stellen in Tirol haben sich leider auch in der „Filz“ in den letzten Jahren konkurrenzkräftige Pflanzen aus ferneren Ländern etablieren können. Vor allem das aus dem Himalaya stammende Indische Springkraut (auch Drüsen-Springkraut genannt) hat sich inzwischen zu einer ernsten Plage entwickelt. An allen Saum- und Hochstaudenbereichen hat sich dieses Kraut viel Platz erkämpft und die normalerweise hier ansässigen Arten stark dezimiert bzw. ganz verdrängt. Mittlerweile wächst es schon weit in die mit Wasser gut versorgten Nasswiesen im Südwesten der „Filz“ hinein. Zusammen mit der Stadt Wörgl und zwei Klassen der hiesigen Volksschule wurde im Juni 2010 versucht, das Problem „Indisches Springkraut“ in Angriff zu nehmen. Auch die aus Amerika stammende Goldrute breitet sich immer mehr aus auf Kosten der heimischen Feuchtgebietsvegetation. Die Förderung der ansässigen Arten durch Schwächung bzw. Ausrottung der Neophyten ist eines der wichtigsten Ziele in der „Filz“ in den nächsten Jahren.

Ein Projekt des Vereins ARGE Völser Teich gemeinsam mit der Klasse 4B des BG/BRG/ SRG Reithmannstraße Innsbruck zur Erhaltung „alter“ Bäume im Auwald am Völser Teich. Der Wald ist nicht nur olzproduktionsstätte sondern, besonders wenn er gesund ist und bleiben soll, eine wahre Arche Noah für die verschiedensten Organismen. Ohne die spezifischen Altholzbewohner ist die natürliche Lebensgemeinschaft des Waldes unvollständig. Gerade im Völser Auwald gibt es noch einige „alte“ Bäume die trotz ihres Alters noch ein langes Leben vor sich haben. Einige der holzigen Auwaldbewohner können bis zu 300 Jahre alt werden!
Diese Bäume sollen nun einen Baumpaten erhalten. Die Idee dahinter ist, einer breiteren Öffentlichkeit die Bedeutung der knorrigen Riesen näher zu bringen, indem sich prominente VölserInnen für deren langfristigen Erhalt und Wohlergehen einsetzen.

Gute Gründe für die Baumpatenschaft:
Bäume sollen wirklich alt werden dürfen und damit ihren wahren Wert erhalten!
Erhaltung von Höhlenbäumen für Spechte, Meisen, Kleiber, Käuze, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Insekten… Wertvolle Naturhöhlen entstehen oft als Folge von Fäulnisprozessen, die durch Verletzungen oder Astabbrüche verursacht werden. Dazu muss der Baum jedoch ein entsprechend hohes Alter erreichen dürfen.
Alte Bäume haben auch einen großen ästhetischen Wert. Menschen fühlen sich in ihrer Nähe wohl und finden innere Ruhe und Entspannung.

Die BaumpatInnen bekommen eine Patenschaftsurkunde, ihr Baum wird mit ihrem Namensschild versehen und sie haben die Gewissheit für die Natur nachhaltig aktiv zu sein!

16.09.2010

Neophytenaktion

Ende Juli startete in der Gaisau eine Neophytenbekämpfungsaktion. Zusammen mit Asylwerbern aus dem Flüchtlingsheim Zirl und Unterstützung des Landes Tirol sowie des Gemeindebauhofs Inzing wurden die invasiven Pflanzen teils ausgerissen bzw. größere Flächen gemäht. Aufgrund des Ausmaßes galt das Hauptaugenmerk vorerst dem Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera). In den nächsten Jahren wird die Aktion wiederholt werden, um eine dauerhafte Beseitigung zu erreichen.

10.07.2010

Die Gaisau

Die Gaisau bei Inzing  gehört zu den Gemeinden Inzing, Hatting und Pettnau. Das Gebiet um die Fischteiche  ist einer der wenigen Auwaldreste des Inn, welcher sich durch eine außergewöhnliche Biotopvielfalt auszeichnet. Deshalb wurde dieses Naturjuwel nun als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen.

Die Verzahnung von Stillwasserflächen, Fließgewässern, Auwaldresten, Schilf- und Seggenbeständen, Wiesen, magere Böschungen, Sumpf- und Schlickflächen sowie die Grundwasserquellen sind der Grund für die hohe Diversität des Gebiets. Insbesondere für Vögel stellt die Gaisau das für das Inntal wohl wichtigste Brut- und Überwinterungsgebiet bzw. Rastgebiet für Zugvögel (Trittsteinbiotop) dar.  Auch andere zoologische und botanische Besonderheiten (z.B. Iris sibirica) sind  bekannt. Wichtig ist das Gebiet durch seine Lage im Inntal vor allem auch für Arten der niederen Tallagen, die aufgrund ihrer Biologie nicht in höher gelegene Gebiete ausweichen können (z.B. Kleinspecht, Pirol, Teichrohrsänger, Gelbspötter, Rohrammer) – verschwinden oder verschlechtern sich die wenigen Restgebiete im Tal dann sterben diese Arten lokal bis regional unweigerlich aus.

Der Naturschutzbund Tirol ist ein Verein der sich für den Erhalt der Natur in Tirol einsetzt. Gemeinsam mit den Landesgruppen in den anderen Bundesländern bildet er den Österreichischen Naturschutzbund mit Sitz in Salzburg. Seit fast 100 Jahren bemüht sich der Naturschutzbund, dass die Kostbarkeiten und Juwelen der heimischen Natur auch für künftige Generationen erhalten bleiben – ein Ansinnen, dass gerade in der heutigen Zeit sehr schwierig ist! Die Naturschutzbund-Zeitschrift „Natur und Land“ erscheint vier mal jährlich. Neben aktuellen News aus der österreichischen Naturschutzszene bietet „Natur und Land“ auch immer wieder spezielle Themenhefte.

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