…im Jänner 2011 wurde im Völser Auwald ein angeknackster Ast einer Silberweide, welcher einen Teil des das benachbarten Grundstücks gefährdete, auf sehr schonende Weise entfernt. Der ganze Baum hätte sonst gefällt werden müssen, da der Bereich für den Kranwagen nicht zugänglich war. Mitarbeiter der Firma „Baumpflege-Tirol“, die mittels Seiltechnik arbeiten, konnten den gefährlichen Ast in 10 – 12 m Höhe gezielt entfernen und abseilen. Das Holz durfte natürlich wieder im Wald liegen bleiben. Die Kosten übernahm dankenswerterweise die Gemeinde Völs!

Jänner 2011, alles friedlich und ruhig im winterlichen Fuchsloch. Alles? Nein. Plötzlich kommt ein riesiger Bagger angerollt.

Um die fortschreitende Verlandung zu verhindern wurden drei Teiche sowie zwei Zu – und Abläufe ausgebaggert. Dabei wurde besonders auf die Rückzugsgebiete der ansässigen Flora und Fauna geachtet um nicht zu sehr in den Naturhaushalt einzugreifen.

Die Arbeiten dauerten 3,5 Stunden und wurde von vielen interessierten Bewohnern begutachtet.

Und hier noch ein Foto der neuen Fuchslochbrücke nach Beendigung der Bauarbeiten.

Der Frühling kann kommen!

Abb 1: Die unter Wasser stehende Loar in Blickrichtung Osten.

Abb.2:  Die trockengefallene Loar in Blickrichtung  Osten.

Abb.3: Laubfrosch (Hyla arborea).

Abb.4: Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum)

Die seit 1984 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Loar liegt am Südwest-Rand der Gemeinde Kramsach und zählt mit einer Fläche von lediglich 5,5 ha zu den kleinsten Schutzgebieten in Tirol. Hinsichtlich seiner Entstehungsgeschichte stellt das Gebiet einen ehemaligen Altlauf des Inn dar.

Besonders interessant ist der Wasserhaushalt dieses kleinen Niedermoors. Der im Jahreslauf stark schwankende Wasserstand prägt entscheidend den Charakter der Loar, sodass man von einem Gebiet mit zwei Gesichtern sprechen kann. Während von etwa Mai bis August weite Teile der Loarsenke unter Wasser stehen, fällt das Gebiet von November bis März vollkommen trocken.

Das Feuchtgebiet ist reich strukturiert und weist ein kleinräumiges Mosaik aus Gräben, offenen Wasserflächen, Schilfröhricht, Groß- und Kleinseggen-riedern, Hochstaudenfluren, eingestreuten Gehölzgruppen sowie am Südwestrand einen artenreichen Waldmantel auf.

Was die Bedeutung der Loar anbelangt, gilt das Motto „Klein, aber fein“. Als eines der wenigen noch verbliebenen Restfeuchtgebiete im weitgehend denaturierten Inntal  ist das Moor ein wichtiges naturräumliches Vernetzungselement und Rückzugsgebiet für zahlreiche stark gefährdete bzw. vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Besonders die in Bezug auf Feuchtgebiete sehr charakteristische und reichhaltige Artenzusammensetzung  macht die Loar zu einem „Hotspot“ der Artenvielfalt in Tirol.

Von den zahlreichen Tierarten der Loar sind die Libellen für den Besucher besonders auffällig.  Mit bisher 39 registrierten Arten ist die Loar nicht nur das libellenreichste Feuchtgebiet in Tirol, sondern zählt auch im mitteleuropäischen Vergleich zu den artenreichsten Libellenlebens-räumen. Bemerkenswert ist z. B. das Auftreten aller acht in Tirol heimischen Arten aus der Gattung der Heidelibellen, deren meist rot gefärbte Männchen im Spätsommer regelmäßig zu beobachten sind. Besonders reichhaltig vertreten sind auch die Lurche oder Amphibien. Mit sieben Arten stellt die Loar das artenreichste Lurchgewässer des mittleren Tiroler Inntals dar. Von besonderer Bedeutung ist dabei das zahlenmäßig starke Vorkommen des Laubfroschs, der mittlerweile in Tirol fast völlig verschwunden ist. Weiters findet man noch Gelbbauchunke, Wasserfrosch, Grasfrosch, Erdkröte sowie Teich- und Bergmolch. Von den im Gebiet vorkommenden Schmetterlingen ist der Gelbringfalter zu erwähnen, eine im Juni im Bereich des Waldmantels zu beobachtende Tagfalterart, die stark bedroht und daher EU-weit geschützt ist. Ebenfalls stark vertreten ist die Gruppe der Heuschrecken. Besonders häufig findet man z. B. die Lauchschrecke oder die besonders eng an Feuchtgebiete gebundene Sumpfschrecke.

Unter den Pflanzenarten der Loar stechen zwei typische und früher in den Tallagen Tirols weit verbreitete Riedwiesenarten besonders ins Auge. Es handelt sich dabei um die Sibirische Schwertlilie, die im Juni ihre prächtigen, blauen Blüten zeigt sowie um den etwas später im Jahr, ebenfalls blau blühenden Lungen-Enzian. Für beide Arten ist das Schutzgebiet eines von wenigen noch verbliebenen Rückzugsgebieten in Tirol.

Am 20. November 2010 fand eine Feier zur Verleihung der ersten 16 Baumpatenschaften für naturkundlich wertvolle alte Bäume am Völser Teich statt. Bei einem Rundgang im Auwald wurden den PatInnen ihre Urkunde bei ihrem Baum überreicht. Anschließend gab es noch eine gemütliche Feier im Mehrzwecksaal der Hauptschule Völs bei Sekt und Snacks. Als Anschauungsmaterial wurden Kästen mit auwald- und totholzspezifischen Insekten präsentiert. Biologielehrer Wolfang Luhan war mit vier Schülern der 4B Klasse des Reithmanngymnasiums gekommen, die im Rahmen des Projekts „Alte Bäume mag man eben“ den gleichnamigen Lehrbehelf für Volksschulkinder gestaltet hatten. Als Überraschung wurde unter den BaumpatInnen ein Gutschein der Landesforstdirektion für ein Bäumchen verlost. Gewonnen hat Marlis Waltl vom Festival der Träume. Die Baumpatenfeier wird ab jetzt jährlich zu verschiedenen Jahreszeiten stattfinden.

Herzlichen Dank und viel Freude mit ihren Bäumen den Völser BaumpatInnen:
Reithmanngymnasium – Angelika & Gerhard Brugger , Pfadfinderobmann Peter – Jörg Falger, Direktor HS/NMS Arnold Frick, Pfarrer Bernhard Groß, Direktorin VS Ulrike Künstle, Zahnarzt DDr. Christian Lechner, Hausarzt Dr. Stefan Neuner mit Familie, DDr. Erwin Niederwieser, Pfarrer Christoph Pernter, Arch. Dr. Norbert Rudisch, Bürgermeister Erich Ruetz, Vizedirektor HS/NMS Reinhard Schretter, Ing. Erwin Seidemann und seine Frau Barbara sowie Herbert und Marlis Waltl vom Festival der Träume.

Fotos: Matthias Baldauf

Das Projekt „Alte Bäume mag man eben“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der ARGE Völser Teich und der Klasse 4B des Reithmanngymnasiums Innsbruck mit ihrem Biologielehrer Wolfgang Luhan. Dabei entstand der gleichnamige, von den SchülerInnen selbst gestaltete Lehrbehelf für Volksschulen, der den Kindern aus Völs und Umgebung die Situation der Tiroler Wälder und speziell des Auwalds am Völser Teich vermitteln soll.

Am 10. November wurde dieser Lehrbehelf im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt, wobei die Kinder in selbst gebastelten Kostümen ein selbst geschriebenes Stück aufführten.

Der Teamchef der österreichischen Fußball Nationalmannschaft Didi Constantini übernahm die Patenschaft für die Schulweide des Reithmanngymnasiums .

Am Vormittag des 25. Oktober zeigte sich der Auwald am Völser Teich von seiner „wilden“ Seite. Es kam zu einem außergewöhnlichen Ereignis. Bedingt durch den nassen, schweren Schnee brachen sehr viele Äste, worauf hin die Wege im Gebiet durch die Gemeinde gesperrt wurden. Durch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren, nasser Schnee über mehrere Stunden und noch ungewöhnlich viele Blätter auf den Bäumen, wurde es bei uns im Auwald vorübergehend gefährlich – glücklicherweise wurde niemand verletzt!
Bei einer Begehung mit zwei Sachverständigen der BH Innsbruck (Forst und Naturschutz), Bgm. Erich Ruetz, Mitarbeitern des Gemeindebauhofs, der Schutzgebietsbetreuung und der ARGE Völser Teich wurde jeder Baum an der Straße und entlang der Wege einzeln geprüft und die weitere Vorgehensweise mit den Experten abgestimmt:

1. Einige größere Silberweiden im Bereich Pfadiheim und FKK mussten aus Sicherheitsgründen gestutzt werden. Eine vollständige Fällung war außer bei wenigen Ausnahmefällen nicht erforderlich. Alle großen Äste wurden möglichst weit oben abgeschnitten. So kann nichts mehr passieren und die Bäume können trotzdem weiterleben.
2. Bei den Bäumen nahe der Wege wurden sämtliche angeknacksten Äste entfernt.
3. Im Bereich Buch (Zufahrtsstraße zw. Thurnfelsstraße und Pfadiheim) wurden zusätzlich einige hochaufgeschossene Grauerlen und Pappeln direkt an der Straße gefällt und in den Wald gezogen. Dort sollen stattdessen die Waldrandstrukturen (Gebüsche, Stauden) gefördert und verbessert werden. Dies ist auch naturkundlich von hohem Wert und schützt den Wald und seine Bewohner vor negativen Einflüssen und Störungen von außen. Die Bäume mit ausreichendem Abstand zur Straße und zu den Wegen werden so belassen wie sie sind. Dort gilt das Prinzip der Eigenverantwortung (z.B. bei starker Schneelast und Fönsturm nicht hineingehen).
4. Das gesamte angefallene Totholz verbleibt als Naturschutz- und Ausgleichsmaßnahme im Auwald! Der „Lebensraum Totholz“ ist naturkundlich sehr wertvoll.

Totholz ist in unseren meist ausgeräumten Forsten leider Mangelware. Dies schon so lange, dass sich in den Köpfen vieler Menschen leider ein verfälschtes Bild von einem „aufgeräumten, sauberen“ Wald gebildet hat. Totholz wird von vielen als unordentlich und sogar hässlich empfunden. In Wirklichkeit werden in Naturwäldern, deren idyllische Bilder in Natursendungen oft und gerne gezeigt werden, Totholzmengen von 50 bis 400 (in Nordamerika sogar bis zu 1000) m3/ha gemessen, während man bei uns durchschnittlich etwa 5-10 m3/ha oder weniger findet (das entspricht etwa 2 % der gesamten Holzmasse).

Die Arbeiten wurden von den Mitarbeitern des Gemeindebauhofs (Elmar, Hans, Helmut und Wendelin) unter der Leitung von Peter Kranz fachkundig und zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten durchgeführt. Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal an die Gemeinde Völs für die gute Zusammenarbeit mit der Schutzgebietsbetreuung und der ARGE Völser Teich. Dies zeigt, dass verschiedene Interessen wie z.B. Wegsicherung und Naturschutz durchaus vereinbar sind und Probleme gemeinsam gelöst werden können!

Im Mühlauer Fuchsloch gehts rund! Die Stadt Innsbruck erneuert die Fußgängerbrücke, daher ist derzeit eine große Baustelle vorzufinden. Der Zugang wurde komplett gesperrt, das Fuchsloch ist bis zum Abschluß der Bauarbeiten (voraussichtlich im Dezember 2010) nur über den „Eingang Schauteich“ zu erreichen.

Nebenbei wurde das Fuchsloch im Zuge des halbjährlichen Pflegetermins auch gründlich gemäht. Dieses Mal unter erschwerten Bedingungen, da es geregnet, zwischendurch geschneit und das ganze Gestrüpp niedergedrückt hat.

Nichsdestotrotz fanden sich ein paar fleissige Helfer, die im Schweiße ihres Angesichts angepackt und ordentlich was weitergebracht haben.

Vielen Dank auch an dieser Stelle und bis im Frühjahr!

Kategorien