15.05.2011

Vogelperspektive

Von oben betrachtet sieht alles plötzlich viel klarer aus…

Blick vom Karwendel bei Reith von etwa 1650 m auf das dicht besiedelte und landwirtschaftlich genutzte Inntal. Da wird deutlich wie wichtig die Gaisau, diese kleine Naturoase zwischen Inzing und Hatting, als Rückzugsgebiet und Trittsteinbiotop für viele Pflanzen- und Tierarten ist, die nicht in andere Lebensräume wie die höhergelegenen Nadelwälder ausweichen können.

 

Um die Laubfroschteiche blühen zur Zeit besonders auffällig die gelben Schwertlilien – Iris pseudacorus aber auch andere bunte Blumen.

Die Wiese um die Teiche wird durch die extensive Bewirtschaftung – keine Düngung und 1 – 2-malige Mahd – immer bunter. Neben den überwiegenden gelben und weißen Blüten kommen langsam auch immer mehr rote, blaue und violette Blumen wie z.B. Nelken, Schlangenknöterich und Witwenblumen.

Am „Froschbrunnen“ zwischen den Reihenhäusern nördlich des Völser Teichs sind für kurze Zeit die wunderschönen blauvioletten Blüten der sehr seltenen Sibirische Schwertlilie – Iris sibirica, die dort angepflanzt wurde, zu bewundern.

Durch die ungewöhnlich warmen Temperaturen könnte 2011 wieder ein gutes Jahr für die Laubfrösche werden, nachdem sie 2010 aufgrund des kalten Frühjahrs und Sommers nur wenige Junge aufbringen konnten. Am 12. Mai nach dem Teichtreffen lauschten wir einem Konzert von etwa 15-20 Männchen…

Laubfroschkonzert

Neuerdings kann man in der Wiese um die Laubfroschteiche regelmäßig ein Reh beobachten! Es scheint sich dort trotz der vielen Spaziergänger und Hunde relativ sicher zu fühlen…

9.05.2011

Hattinger Gießen

Der Hattinger Gießen wurde kurz vor Ostern freigeräumt bzw. gemulcht. Dies war eine Hochwasserschutzmaßnahme der Gemeinde Hatting, welche den Wasserabfluss bei Starkregenereignissen sichern soll. Im Bereich des Naturschutzgebiets Gaisau wurde in Absprache mit der Behörde und der Schutzgebietsbetreuung sehr schonend vorgegangen. Es wurde nur die orografisch linke Seite bearbeitet. Einige „Schilfinseln“ wurden belassen. Die orografisch rechte Seite wird erst im Spätsommer bearbeitet, wenn die Brutzeit der Vögel vorbei ist und der Vogelzug gerade noch nicht im Gange ist. Im Zuge dieser Maßnnahme soll auch den Goldrutenbeständen entlang des Gießens zu Leibe gerückt werden.

Gemulchter Gießen außerhalb und innerhalb des NSG und Sumpfdotterblumen im trockenen Bachbett des Hattinger Gießen:

Am 17. April fand eine Exkursion der Tiroler Vogelwarte unter der Leitung von Mag. Walter Gstader und Dr. Wolf Gschwandner im Naturschutzgebiet Gaisau statt. Die 17 TeilnehmerInnen, die teilweise sogar aus Kufstein und Reutte angereist waren, bekamen die ganze Palette zu erwartender Vogelarten garniert mit Schmankerln wie Wiedehopf, Rotmilan, Braun- und Schwarzkehlchen, Wiesenpieper, Knäkenten – insgesamt fast 50 Arten präsentiert. Eine gelungene Veranstaltung!! Zur vollständigen Artenliste bzw dem Protokoll von Rudi Tengler gehts bei untenstehendem Link:

Exkursion Tiroler Vogelwarte Gaisau 2011-17-04

19.04.2011

Was ist verboten!?

Im Jahr 2011 gab es in der Gaisau neben wunderbaren Naturbeobachtungen und netten Kontakten mit diversen NutzerInnen auch schon die eine oder andere Herausforderung zu bewältigen. Hier ein paar Beispiele:

Beim Düngen ist bzw. war schon vor der Unterschutzstellung ein 20 m Gewässerschutz-Pufferstreifen einzuhalten – da wird nicht immer ganz genau gemessen.
Es gab aber auch schon eine sehr erfreuliche Begehung mit einem engagierten Bauern, der genau wissen wollte wo genau er nun seinen liebevoll den Winter über immer wieder gewendeten Festmist ausbringen darf! :-)

Kleinere Müllablagerungen zum Glück nichts wirklich Problematisches werden immer wieder entdeckt.

Rodungen – keine „böswilligen“ Aktionen, aber trotzdem gab es schon ein wenig Aufruhr. Die gefällten Bäume im Auwald gingen deutlich über die erlaubte Einzelstammentnahme hinaus und bewirkten, dass über einen ganzen Streifen der Auwaldcharakter verloren ging. Es gab eine naturschutzrechtliche Verhandlung. Die von der Behörde geforderten Wiederherstellungsmaßnahmen wurden bereits sehr ordentlich durchgeführt. Im Sommer wird sich der Bewirtschafter auch bei der Bekämpfung des Indischen Springkrauts auf seinem Grund beteiligen, weil dieses in solche offenen, gerodeten Flächen besonders gern eindringt.

Vor wenigen Tagen wurde ein schwarzer, labradorartiger Hund im Fischteich schwimmend beobachtet. Er drehte minutenlang große Runden weit vom Ufer entfernt, schwamm scheinbar ziellos herum auch zu den gerade eingetroffenen Reiherenten und anderen Wasservögeln. Der Besitzer konnte nicht ausgemacht werden. Hoffentlich ein Ausnahmeereignis, weil die Wasservögel durch weit vom Ufer entfernt schwimmende Hunde wirklich massiv gestört und vertrieben werden können.

Trotz diesen z.T. erwartbaren Dingen überwiegen zum Glück bisher die positiven Erlebnisse und Begegnungen weitaus.

Die Gaisau soll auch als Naturschutzgebiet weiterhin Erholungsuchenden, Spaziergängren, Schulklassen, diversen Exkursionen, den vielen Familien mit Kindern und Jugendlichen bis hin zu den SeniorInnen als Erlebnisraum zur Verfügung stehen. Wissenschaftler haben längst die hohe Bedeutung vom Spiel und der Bewegung in echten Naturräumen für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung nachgewiesen.

Mir ist als Schutzgebietsbetreuerin eine klare Kommunikation mit allen Beteiligten wichtig, und ich möchte, dass diese von gegenseitigem Respekt und Verständnis geprägt ist. Es gibt in der Gaisau unterschiedliche Nutzer und Interessen und nur auf diese Weise glaube ich, dass alle profitieren können. Vor allem auch das Gebiet selbst, das uns ja allen am Herzen liegt!

Was genau im NSG verboten bzw. erlaubt ist kann man in der Verordnung der Gaisau nachlesen (link unterhalb anklicken). Wo genau die Grenzen des Schutzgebiets, die Kernzone und die Pufferbereiche verlaufen ist aus der Karte unten ersichtlich.

Verordnung Naturschutzgebiet Gaisau

Der Enterbach in Inzing ist in ein eng verbautes Betonbett gezwängt. Hier ist in diesem Jahr noch kein Tropfen Wasser durch die Gaisau in den Inn geflossen. Warum das so ist muss erst noch geklärt werden.

Die Aufnahmen zeigen den Bach im Jänner, Anfang und Ende März sowie Mitte April 2011.

Eine alte Dame aus Rum hat uns einen berührenden Brief geschrieben. Sie erinnert sich an die Küchenschelle, die einst im Mühlauer Fuchsloch blühte und bedauert deren Ausrottung sehr.

Brief ans Mühlauer Fuchsloch

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