Zum 100 jährigen Geburtstag ladet der ÖNB alle Interessierten, Freunde, Kinder, Erwachsen usw. zum VÖLSERTEICH Fest, am 28. Juni 2013, ein.

Neben tollen Stationen zum Forschen und Spielen ab 14 Uhr gibt es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Bereits um 8 Uhr führt die Ornithologin Yvonne Kiss Vogelfreunde rund um den Teich und in den Auwald. Um 15 Uhr beginnt das Kindertheater der Naturschutzjugend (ÖNJ). Um 15:30 Uhr findet eine botanische Führung mit der Botanikerin Corinna Wallinger statt. Um 21:30 stellt der Schmetterlingskundler Gerhard Tarmann ein Leuchtzelt am Rodelhügel auf und mit etwas Glück können dort zahlreiche verschiedene Nachtfalter beobachtet werden. Die Fledermäuse, die ab Einbruch der Dunkelheit Jagd auf Mücken und Falter machen, werden vom bekannten Fledermausspezialisten Toni Vorauer mittel Detektor identifiziert und mit speziellen Netzen zur Betrachtung gefangen.

Für die Kinder gibt es am Nachmittag Kinderschminken und eine Bootsfahrt am Völser Teich. Für Verpflegung ist auch gesorgt: Kaffee & Kuchen am Nachmittag, Grillen ab 17.00. Klicke auf den Flyer um genaueres lesen zu können!

Wir freuen uns auf euer kommen,
önb, önj, Arge Völserteich

 

 

 

 

Bei der Hauptaktion des GEO-Tages der Artenviefalt, der größten Feldforschungsaktion Europas, werden mehr als 80 hochrangige Naturkundeexperten, ein Journalistenteam von GEO und zahlreiche regionale und überregionale Medienvertreter erwartet. Die Naturinventur am Fuße des Großvenedigers steht unter dem Motto: „Vielfalt im Wandel: Wie Tiere und Pflanzen auf Veränderungen des Klimas reagieren.“ Gemeinsam mit Partnern und Forschern wird der Frage nachgegangen, was die „neuen“ Lebensbedingungen für die Artenvielfalt bedeuten.

Seit 1999 veranstaltet das Magazin GEO den Tag der Artenvielfalt. Ziel ist es, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Tiere und Pflanzen zu finden.

Die diesjährige Hauptaktion findet im Nationalpark Hohe Tauern Tirol statt!

Der Naturschutzbund freut sich als Unterstützer mit dabei zu sein!

www.hohetauern.org
www.arten-vielfalt.at
www.geo.de/artenvielfalt 

Wegen Renaturierung ist der Trampelpfad im Mühlauer Fuchsloch gesperrt.

Vielen Spaziergänger ist es sicherlich schon aufgefallen, dass der Tramplepfad zwischen der unteren Brücke bei der Friedhofsmauer und der oberen Brücke der Kirchgasse durch die geschützte Feuchtwiese im Mühlauer Fuchsloch gesperrt ist. … Wir bitten alle Besucher und Besucherinnen des Fuchslochs in Zukunft wieder die Kirchgasse zu benutzen, um den oberen Teil des Fuchslochs zu besuchen und weiters in die Mühlauer Klamm zu gehen. Wir werden uns weiterhin um den Schutz der Wiesen und Tierwelt bemühen, sowie Bildungsarbeiten anbieten, damit diese Naturoase erhalten bleibt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Mag. Melania Hofer, Biotopmanagerin und Landesleiterin der önj, fuchsloch@natopia.at

Genaueres lesen sie im folgenden pdf: PressemitteilungTrampfad_FL_önb2012

4.07.2012

Schotterbänke

Ursprünglich haben Alpenflüsse einen großen Teil der Talböden ausgefüllt und ein komplexes Mosaik von Lebensräumen mit verzweigten Flussarmen, Schotter- und Sandbänken, Restwasserbereichen und Auen gebildet, die durch periodische Hochwässer ständigen Veränderungen unterworfen waren. Seitdem der Mensch die Talböden für sich in Anspruch genommen hat und die Flüsse zur Energiegewinnung nützt, wurden die Flüsse in ein enges Korsett gezwängt. Die begleitenden Ökosysteme wie Auwälder und Schotterbänke mit ihrer ganz speziellen Flora und Fauna sind bis auf wenige Reste verschwunden. Der Schwallbetrieb der Flusskraftwerke und Badeaktivitäten im Sommer machen manchen Bewohnern das Leben zusätzlich schwer.

Schotter- und Kiesbänke stellen den extremsten Lebensraum in einer natürlichen Flusslandschaft dar. Die Dynamik des Flusses sorgt für ständige Umwälzung von Material und trotz dieser Instabilität auch für Konstanz der Umweltbedingungen, wenngleich zeitweise unterbrochen bzw. räumlich verlagert. Die auf den ersten Blick öd und leblos erscheinenden Schotterbänke bergen bei näherem Hinschauen eine hoch spezialisierte Fauna, die es nur hier gibt. Im Grenzbereich zwischen Wasser und Land dominieren neben Kleinstlebewesen Käfer (Kurzflügler und Laufkäfer) und Spinnen. Die höher gelegenen, mit karger Vegetation bewachsenen Bereiche sind von Trockenheit geprägt (Heißländen) und beherbergen eine eigene, z.T. hoch spezialisierte Flora und Fauna.

In den so lebensfeindlich erscheinenden Biotopen zwischen Wasser und Land liefert der Fluss die Grundlage der Nahrungskette in Form von angeschwemmtem organischem Material und von schlüpfenden Wasserinsekten. Daher findet man hier neben Allesfressern auch viele räuberische Arten.

Diese Lebensgemeinschaft hat „gelernt“ mit der Überschwemmungsgefahr zu leben. Ohne periodische Katastrophen würde ihr Lebensraum von Pflanzen überwuchert und ihre Lebensgrundlage zerstört. 

Wer über eine Schotterbank geht, dem wird oberflächlich wahrscheinlich nicht viel Lebendiges auffallen. Die wahre Vielfalt kommt erst zum Vorschein, wenn man Steine oder angeschwemmtes Treibholz umdreht, wo sich die nachtaktiven Tiere tagsüber verbergen. Auch im feuchten Schlick lassen die Spuren nächtlicher Aktivitäten auf eine vielfältige Lebensgemeinschaft schließen (Bild). 

 

Die 3,5 mm kleinen, arteneichen Ahlenläufer (Bembidion spp.), Vertreter der Laufkäfer, sind bestens an den instabilen Lebensraum der Schotterbänke angepasst. Bei Hochwasser weichen sie in Richtung Ufer aus, sie können auch schwimmen und fliegen. Nach Rückgang des Wassers erobern sie sofort wieder die trocken gefallene Schotterbank, wo sie sich von kleinen Tieren ernähren. Man findet sie unter Steinen.

 

Ebenfalls nachtaktiv, aber auffälliger, ist der bis zu 15 mm lange Rotköpfige Dammläufer (Nebria picicornis). Seine Lebensweise ähnelt der der Ahlenläufer. Im Herbst und im Frühjahr findet man seine Larven unter Steinen (rechtes Bild). 

 

 

 

 

 

 

 Ein weiterer typischer Vertreter der Laufkäfer an Flussufern ist der etwa 2 cm große Kopfläufer (Broscus cephalotes). Er gräbt Gänge in den sandigen Boden und lauert am Eingang auf Beute. 

 

 

 

 

 

 Kurzflügelkäfer sind auf Grund ihres schlanken, biegsamen  Körpers besonders gut an das unterirdische Leben in den Lückensystemen der Schotter- und Sandbänke angepasst. Viele sind nur 1-5 mm groß, leben räuberisch oder ernähren sich von Algen und abgestorbenem Material. Während die meisten Arten nachtaktiv oder unterirdisch leben, sucht der bunt gefärbte Paederidus ruficollis tagsüber nach Beute. Die auffällige Färbung signalisiert nichts Gutes: Sein Blut enthält eine von Bakterien synthetisierte hoch giftige Substanz, das Pederin. Es kann beim Menschen schwere, langwierige Entzündungen verursachen (Dermatitis), wenn es auf zarte Hautstellen gelangt.

 

Foto: wikipedia

Die Flussufer-Riesenwolfspinne (Arctosa cinerea) zählt mit einer Spannweite von 7 cm zu den größten, aber auch gefährdetsten Spinnen Mitteleuropas. Sie ist an den meisten Flüssen bereits ausgestorben (nur mehr zwei Fundorte in Tirol). Im sandigen, ufernahen Boden legt sie eine mit Spinnseide ausgekleidete Wohnröhre an, die sie nur während ihrer nächtlichen Beutezüge verlässt. Bei Überschwemmung verschließt sie die Röhre und überlebt in der eingeschlossenen Luftblase.

 

 Tagsüber sieht man Kiesbank-Wolfsspinnen (Pardosa wagleri und Pardosa morosa) zwischen den Steinen der Schotterbänke herumhuschen. Im späten Frühjahr tragen die Weibchen den an den Spinnwarzen befestigten Eikokon mit sich herum. Die geschlüpften Jungen werden eine Zeit lang am Rücken mitgetragen.  

 

 

 

Foto: wikipedia

 Anfang Mai kehrt der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) aus seinem südlichen Quartier zurück. Auf Schotterbänken der wenigen noch unregulierten Flussabschnitten legt das Weibchen vier getarnte Eier in eine flache Mulde im Boden. Nähert sich ein Feind dem Gelege oder den noch nicht flugfähigen Jungen, täuscht der Vogel eine Verletzung vor und lenkt so den Angreifer vom Nachwuchs ab. Eine ernsthafte Bedrohung sind Freizeitaktivitäten des Menschen, die das Ablenkungsmanöver nicht verstehen, den Vogel am Brüten behindern oder das Gelege unabsichtlich zertreten. Hinweistafeln sind daher unbedingt zu beachten, um diestark gefährdeten Bestände des Flussregenpfeifers nicht zusätzlich zu reduzieren. 

 

Foto: wikipedia

Der unscheinbare Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) fällt durch seinen schnellen Flug knapp über der Wasseroberfläche auf. Am Boden wippt er, ähnlich wie eine Bachstelze, mit seinem Körper auf und ab. Im Gegensatz zum Flussregenpfeifer versteckt er sein Nest in der Ufervegetation von Schotterbänken und polstert die Bodenmulde mit Pflanzenteilen aus.

 



Die Deutsche Tamariske (Myrmicaria germanica), ein immergrüner, bis 2 m hoher Strauch, verankert ihre Wurzeln tief im Boden und übersteht so die immer wiederkehrenden Überflutungen und Umschichtungen des Schotters durch den Fluss. Wird durch den Bau von Staustufen die natürliche Dynamik des Flusses gestört, verdrängen andere Pflanzen, insbesondere Weiden, die Licht liebende Tamariske. Die Tamariske ist heute nur mehr an wenigen Stellen zu finden, am häufigsten am Lech.

 

Restliche Fotos: focusnatura.at

Weiterführende Literatur: 

 

Eine Riesenspinne… mit nur 4 Beinen? Gibt es sowas?

Ja, im Mühlauer Fuchsloch! Ein kleiner Schreitbagger, oder Spinnenbagger, arbeitete eineinhalb Tage um 3 Teiche zu entschlammen und die, leider von den Schneemassen umgeknickte Weide, aus dem Bach zu ziehen.

Vorsichtig watete der Spinnenbagger über den Schnee. Beim Forschteich angekommen, mussten zuerst die Schneemassen entfernt werden, damit der Schlamm als Dammverbreiterung verwendet werden konnte. Danach grub sich die Schaufel langsam in den Forschteich (09) und hob viel Schlamm heraus. Schnell entfaltete sich der typische vermoderte Geruch. Als dieser Teich fertig war, schreitete der Bagger weiter, zum Iristeich (10). Dieser Teich verlor im Sommer mehr und mehr an Wasseroberfläche und auch im Winter war er sehr wasserarm. Gespannt konnte ich der Baggerschaufel genau zusehen, wie sie vorsichtig die Schlammschicht entfernte und die Lehmschicht hervorkam. Diese Schicht wurde natürlich nicht herausgebaggert, da sie ja die natürliche “Folie” ist, damit das Wasser im Teich bleibt. Am Ende war der Teich trocken. Aber über die Nacht begann sich der Teich zu füllen, sodass am nächsten Tag etwas Wasser im Teich war! Am Schluss entschlammte der Bagger den Teich 05 und konnte mit dem Schlamm einen höheren Damm aufschütten. Somit kann auch dieser Teich wieder viel Wasser fassen. Leider verursachten die Schneemassen einige Brüche an den Bäumen, aber das ist der Lauf der Natur, die sich wieder auf ihre eigene Art und Weise erholen kann. Trotzdem mussten wir eine Weide, die über den Mühlauer Bach geknickt ist, wieder auf unsere Seite ziehen, das durch den Bagger leicht möglich war.

Danach schaute zwar der Schnee um die Teiche nicht mehr weiß aus, aber alle Teiche gewannen an Wasseroberfläche. Jetzt kann sich die Natur wieder erholen. Ich bin auf die Entwicklung der Teiche gespannt und freu mich schon auf den Frühling!

Link zu allgemeinen Fuchsloch Informationen:
http://www.natopia.at/index.php?id=10 

Link der Fuchslochkarte:
http://www.natopia.at/fileadmin/user_upload/pdf/Fuchsloch/FUCHSLOCH_Biotop_Mosaik.jpg

http://en.wikipedia.org/wiki/Chytridiomycosis

Der Pilz ist heute durch den Amphibienhandel global verbreitet, der Ursprung dürfte im südlichen Afrika gelegen sein. Vor allem in wärmeren Ländern werden massive Amphibiensterben mit dem Chytridpilz in Verbindung gebracht. Man vermutet, dass lokale Populationen und vielleicht sogar Arten dadurch ausgerottet worden sind. Einzelne Arten reagieren unterschiedlich empfindlich auf den Pilz und wie bei allen Parasiten sind die Folgen des Befalls von der Abwehrkraft des Wirtes, belastenden Umwelteinflüssen und Stress abhängig.               

Der Chytridpilz ist mittlerweilen auch in Tirol nachgewiesen worden. Neben dem Menschen sind auch Wasservögel an der Verbreitung des Pilzes beteiligt. Amphibiensterben sind oft nicht augenfällig, vor allem wenn die jüngsten Stadien befallen sind. Durch ihre Kleinheit fällt ihr Tod nicht auf, auch wenn Massen davon betroffen sind.

Um ein weiteres Ausbreiten des Pilzes möglichst zu verhindern sind folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, die auch von Gartenteichbesitzern berücksichtigt werden sollten: 
  1. Amphibien, andere Wassertiere, Wasserpflanzen und Wasser dürfen nicht von einem Amphibiengewässer in ein anderes versetzt werden. 
  2. Dies gilt auch für gekaufte Wasserpflanzen. Eine vorhergehende Desinfektion mit VIRKON ist möglich (die meisten Wasserpflanzen halten diese Behandlung aus). siehe:http://www.fs.usda.gov/Internet/FSE_DOCUMENTS/fsbdev3_015234.pdf
  3. Besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten für Personen die an Amphibiengewässern arbeiten (siehe untenstehende Literaturhinweise).
Der Chytridpilz kann abgetötet werden mit
            gängigen Desinfektionsmitteln (besonders effektiv ist VIRKON),
            mit heißem Wasser oder
            durch vollständiges Austrocknen

Seit November 2011 sind nunmehr auch die Söller Wiesen mit Tafeln für jedermann sichtbar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bei der Aufstellung der Schutzgebietstafeln wurde besonders darauf geachtet Stellen zu wählen, die das Gebiet abgrenzen und keine zusätzliche Beeinträchtung des landwirtschaftlichen Betriebs bedeuten. Die Montage wurde von Willi Nairz (Bergwacht Kufstein, s. Foto) und der Schutzgebietsbetreuung durchgeführt.

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