19.04.2011

Was ist verboten!?

Im Jahr 2011 gab es in der Gaisau neben wunderbaren Naturbeobachtungen und netten Kontakten mit diversen NutzerInnen auch schon die eine oder andere Herausforderung zu bewältigen. Hier ein paar Beispiele:

Beim Düngen ist bzw. war schon vor der Unterschutzstellung ein 20 m Gewässerschutz-Pufferstreifen einzuhalten – da wird nicht immer ganz genau gemessen.
Es gab aber auch schon eine sehr erfreuliche Begehung mit einem engagierten Bauern, der genau wissen wollte wo genau er nun seinen liebevoll den Winter über immer wieder gewendeten Festmist ausbringen darf! :-)

Kleinere Müllablagerungen zum Glück nichts wirklich Problematisches werden immer wieder entdeckt.

Rodungen – keine „böswilligen“ Aktionen, aber trotzdem gab es schon ein wenig Aufruhr. Die gefällten Bäume im Auwald gingen deutlich über die erlaubte Einzelstammentnahme hinaus und bewirkten, dass über einen ganzen Streifen der Auwaldcharakter verloren ging. Es gab eine naturschutzrechtliche Verhandlung. Die von der Behörde geforderten Wiederherstellungsmaßnahmen wurden bereits sehr ordentlich durchgeführt. Im Sommer wird sich der Bewirtschafter auch bei der Bekämpfung des Indischen Springkrauts auf seinem Grund beteiligen, weil dieses in solche offenen, gerodeten Flächen besonders gern eindringt.

Vor wenigen Tagen wurde ein schwarzer, labradorartiger Hund im Fischteich schwimmend beobachtet. Er drehte minutenlang große Runden weit vom Ufer entfernt, schwamm scheinbar ziellos herum auch zu den gerade eingetroffenen Reiherenten und anderen Wasservögeln. Der Besitzer konnte nicht ausgemacht werden. Hoffentlich ein Ausnahmeereignis, weil die Wasservögel durch weit vom Ufer entfernt schwimmende Hunde wirklich massiv gestört und vertrieben werden können.

Trotz diesen z.T. erwartbaren Dingen überwiegen zum Glück bisher die positiven Erlebnisse und Begegnungen weitaus.

Die Gaisau soll auch als Naturschutzgebiet weiterhin Erholungsuchenden, Spaziergängren, Schulklassen, diversen Exkursionen, den vielen Familien mit Kindern und Jugendlichen bis hin zu den SeniorInnen als Erlebnisraum zur Verfügung stehen. Wissenschaftler haben längst die hohe Bedeutung vom Spiel und der Bewegung in echten Naturräumen für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung nachgewiesen.

Mir ist als Schutzgebietsbetreuerin eine klare Kommunikation mit allen Beteiligten wichtig, und ich möchte, dass diese von gegenseitigem Respekt und Verständnis geprägt ist. Es gibt in der Gaisau unterschiedliche Nutzer und Interessen und nur auf diese Weise glaube ich, dass alle profitieren können. Vor allem auch das Gebiet selbst, das uns ja allen am Herzen liegt!

Was genau im NSG verboten bzw. erlaubt ist kann man in der Verordnung der Gaisau nachlesen (link unterhalb anklicken). Wo genau die Grenzen des Schutzgebiets, die Kernzone und die Pufferbereiche verlaufen ist aus der Karte unten ersichtlich.

Verordnung Naturschutzgebiet Gaisau

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